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Psychiatrische Tageskliniken in Emden wieder geöffnet

|   Covid-19
  • Psychiatrische Tageskliniken in Emden wieder geöffnet
  • Steigende Patientenzahlen
  • Wartezeiten für Besucher lassen sich nicht ganz vermeiden

Die psychiatrische Tagesklinik in Emden hat am Dienstag wieder die teilstationäre Behandlung von Patienten aufgenommen. „Der Start ist problemlos erfolgt“, sagte der verantwortliche Chefarzt der Psychiatrie, Prof. Dr. Wolfgang Trabert. Nach Norden und Leer, die bereits Ende Mai und Anfang Juni die Behandlung wieder aufgenommen haben, ist damit auch die dritte psychiatrische Tagesklinik der Trägergesellschaft Kliniken Aurich-Emden-Norden geöffnet. Aufgrund der bestehenden Corona-Auflagen erfolgt die Betreuung allerdings noch nicht unter „Volllast“. Es werden nach Angaben der Trägergesellschaft jeweils nur etwa die Hälfte der pro Standort zur Verfügung stehenden 20 Plätze genutzt.

Die spätere Öffnung der psychiatrischen Tagesklinik in Emden sei aufgrund der Lage der Abteilung innerhalb des Klinikums ohne einen direkten Zugang erfolgt. Dies habe einen erhöhten konzeptionellen und organisatorischen Aufwand erfordert, um die geforderten Corona-Auflagen gewährleisten zu können. Der Ein- und Ausgang erfolge über den Parkplatz beim Parkdeck. Seit Dienstag sei die Zahl der Patienten von zunächst fünf langsam auf etwa zehn hochgefahren worden. Das reiche allerdings nicht aus, um den Bedarf vollständig abdecken zu können. „Wir streben natürlich angesichts der bestehenden Wartelisten eine Rückkehr zur Vollauslastung unserer 20 Plätze an. Dies ist aber abhängig von den Auflagen, die wir bezüglich Hygiene und Mindestabstand einzuhalten haben“, betont die Oberärztin Ulrike Spindler-Preuße. In den drei Tageskliniken werden Patienten mit psychiatrischen Störungen tagsüber therapiert, die abends und am Wochenende ihr Leben eigenständig zu Hause regeln können.

Die medizinische Geschäftsführerin Dr. Astrid Gesang betonte, dass die Ubbo-Emmius-Kliniken in Norden und Aurich sowie das Klinikum Emden wieder steigende Patientenzahlen verbuchen. Dennoch gebe es bundesweit immer noch eine gewisse Zurückhaltung zu beobachten: „Wir raten jedem Erkrankten, der eine medizinische Betreuung in einem Krankenhaus benötigt, diese auch in Anspruch zu nehmen.“ Die Befürchtung, dass das Infektionsrisiko mit SARS-CoV-2 in den Kliniken hoch sei, sei unbegründet. Die Hygienekonzepte in den Kliniken gewähr-leisteten einen hohen Schutz vor Ansteckung. „Gerade unsere Häuser zeigen, dass die Patienten dort sicher und gut aufgehoben sind“, so Dr. Gesang.

Angesichts steigender Patientenzahlen erhöhe sich zudem der Besucherstrom, führte die medizinische Geschäftsführerin weiter aus. Aufgrund der behördlich vorgeschriebenen Erfassung der Kontaktdaten und der notwendigen Befragung zum Gesundheitszustand vor dem Einlass zu den Stationen komme es zu Stoßzeiten mittlerweile zu kurzen Wartezeiten. Dies habe in einigen Fällen zu teils deutlichem Unmut geführt. Dies gelte auch für die weiterhin einzuhaltende Maskenpflicht, Abstandsregelung und die begrenzte Anzahl von Besuchern pro Patienten. „Alle Besucher sollten sich bewusst sein, dass wir nach wie vor in einer Pandemie-situation leben, die mit Auflagen verbunden ist, die es einzuhalten gilt“, so Dr. Gesang. Die Auflagen dienten vor allem dem Schutz von Patienten und Mitarbeitern vor einer Ansteckung. Dabei sei Verständnis und ein respektvoller Umgang miteinander sinnvoll, um die Sicherheit und die Arbeitsabläufe im Krankenhaus auch in dieser ungewöhnlichen Zeit nicht zu gefährden.