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UEK erhöht Sicherheit in der Magen- und Darmchirurgie

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Aurich. Die Ubbo-Emmius-Klinik in Aurich investiert in eine verbesserte Operations-technik und stärkt damit die Bauchchirurgie. Mit dem Kauf einer Spezialkamera, die im neuen sogenannten Laparoskopieturm verbaut ist, verringert die UEK nochmals die ohnehin sehr niedrige Komplikationsrate bei großen Operationen am Darm. Als eines der ersten Krankenhäuser im Nordwesten verfügt die Auricher Klinik über die neue Technik und stellte dafür einen sechsstelligen Betrag zur Verfügung. Herzstück der Neuanschaffung ist ein Spezialendoskop, das aus einer hochauflösenden Kamera und einer speziellen Lichtquelle besteht. Eingesetzt wird der moderne Turm in der Abteilung für Allgemein-, Thorax- und Viszeralchirurgie und Proktologie unter der Leitung von Chefarzt Dr. Johann Strandborg. Ziel ist es, mögliche Komplikationen nach Operationen am Magen-Darm-Trakt zu vermeiden.
Eine der häufigsten Ursachen für schwere Komplikationen in der Magen- und Darmchirurgie seien laut Dr. Strandborg Durchblutungsstörungen bei der Anlage von Nahtverbindungen. Diese Störungen könnten zur Folge haben, dass Nähte undicht sind. Die Möglichkeiten, das zu verhindern, sind bisher auf die reine Betrachtung der Organe und das Abtasten der großen Blutgefäße beschränkt gewesen. „Doch das ist Vergan-genheit. Durch den neuen Laparoskopieturm erhalten wir zuverlässig eine genaue Aussage darüber, ob die Durchblutung funktioniert“, sagt Dr. Strandborg.
Die Technik, die Dr. Strandborg und seinem Team seit Kurzem zur Verfügung steht, ist komplex. Die intraoperative Fluoreszenzangiografie, also ein bildgebendes Verfahren während der Operationen, stellt mit Farbstoffen die Darmdurchblutung dar. Mit einer im Turm integrierten Spezialkamera ist es dem Arzt möglich, die aktuelle Durchblutung direkt auf dem Monitor zu verfolgen. Für den Fall, dass die Durchblutung nicht ausreichend erscheint, kann noch während der OP reagiert werden. Damit verbessere sich der Heilungsprozess. „Gerade bei operativen Eingriffen, bei denen ein tumor-tragender oder stark entzündeter Teil des Dickdarms entfernt werden muss, zeigen große Studien, dass trotz sorgfältigster Technik Probleme an den Nähten auftreten könnten“, erläutert der Chefarzt. Im Bereich des Dickdarms kommt dies bei fünf bis sieben Prozent der operierten Patienten vor, im Bereich des Mastdarms sogar bei zehn bis 25 Prozent. Der erfahrene Operateur ist sich sicher: Die in Aurich ohnehin schon niedrige Nahtinsuffizienzrate am Dickdarm von lediglich sechs Prozent und am Mastdarm von sieben Prozent kann durch den Einsatz der neuen Technik jetzt noch weiter gesenkt werden. Zusätzlich zu den Operationen in der Darmchirurgie findet der neue Turm auch Anwendung bei weiteren allgemeinen Eingriffen innerhalb der Bauchhöhle. „Damit sorgen wir für noch mehr Patientensicherheit“, sagt Dr. Strandborg.

Auf dem Foto (von links): Chefarzt Dr. Johann Strandborg und Operationstechnische Assistentin Banafsheh Ashrafsadehshirazi am Laparoskopieturm.